Das Akademische Corps Hellas zu Wien

Das Akademische Corps Hellas zu Wien ist mehr als eine Verbindung für die Studienzeit. Hellas steht für die lebenslange Freundschaft seiner Mitglieder und für generationenübergreifende Verbundenheit.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1880 vereint Hellas Studenten aller Wiener Universitäten.

Junge Menschen, die etwas bewegen wollen und die eigene Persönlichkeit im Kreise der Gemeinschaft zu entwickeln suchen, sind bei uns herzlich willkommen. Hellas und andere Corps stehen für Achtung des Mitmenschen sowie politische und religiöse Toleranz.

Hellene zu sein bedeutet aber auch: gemeinsam zu feiern und Spaß zu haben. Sei es - allem Studienstress zum Trotz - während der Feste auf dem Corpshaus, auf Erkundungstouren in der schönsten Stadt der Welt, Bällen oder bei Besuchen auf anderen Korporationshäusern in Österreich, Deutschland, Schweiz, BeNeLux oder Ungarn.



Hellas - Ein "junges" Corps

Das Corps Hellas ist mit seiner Gründung vor über 135 Jahren eine traditionsreiche österreichische Studentenverbindung und dennoch ein junges Corps. Zunächst als "Turn- und Fechtclub Hellas" gegründet, trat Hellas Anfang der 1950er Jahre dem Dachverband der  Kösener Corpsstudenten  bei. 

Corpsstudent zu sein, bedeutet für die Hellenen Leidenschaft und Verpflichtung zugleich. Im Gegensatz zu katholischen oder burschenschaftlichen Verbindungen sucht Hellas weder die Nähe der Kirche noch der Tagespolitik. Vielmehr richtet sich unser  Selbstverständnis nach aufgeklärten, corpsstudentischen Prinzipen. Das sind neben dem Leistungsprinzip, die Wahrung der Wissenschaft, die Achtung der Würde des Mitmenschen. Für uns stellt Hellas einen Grundpfeiler im Leben dar, der Halt, Verlässlichkeit und lebenslange Freundschaft bereithält.



Was heißt eigentlich Corpsstudent?

Die Wurzeln unseres Korporationsverbandes liegen im 17. und 18. Jahrhundert. Damals schlossen sich junge Menschen aus verschiedenen Regionen an den Universitäten zusammen, um sich in der fremden Umgebung zu unterstützen. Aus diesen Vereinigungen entwickelten sich die ersten Corps

Diese Verbindungen wollten allerdings mehr: Sie wollten im studentischen Leben Ideale wie gegenseitige Achtung, Ehre und Anstand verwirklichen und gemeinsam die Studentenzeit genießen. Dazu schufen sie einen Kanon ungeschriebener Gesetze, den Komment, der in abgewandelter Form für Corpsstudenten auch heute noch gültig ist.

Corpsstudent zu sein bedeutet, in eine Gemeinschaft von bestrebten Menschen einzutreten und wichtige Fähigkeiten für das Leben zu erwerben: Nicht nur Erfinder und Nobelpreisträger wie Gottlieb Daimler oder Karl Ferdinand Braun, Politiker wie Otto von Bismarck oder Wilhelm Liebknecht nannten sich Corpsstudenten. Auch Künstler wie Robert Schumann oder Jaques Offenbach und Führungskräfte der Wirtschaft gehörten und gehören dazu, Aufsichtsratschef der Allianz AG Dr. Henning Schulte-Noelle zum Beispiel. Kaum zu glauben, aber Karl Marx ist ebenso Teil des Kreises der Corpsstudenten wie Aloys Alzheimer.



Wie schaut die Mitgliedschaft aus?

Die erste Zeit im Kreise des Corps ist ein unverbindliches, gegenseitiges Kennenlernen. Sowohl der Fuchs - so werden neue Mitglieder genannt - als auch das Corps schauen, ob die  Chemie stimmt. Während des Fuchsenjahres, es besteht in der Regel aus zwei Semestern, hat der Student die Möglichkeit, am Corpsleben teilzunehmen. Selbstverständlich ist er bereits voll dabei, wenn es um die Gestaltung des Corpsalltags geht. Auch gibt es für die Fuchsen eigene Veranstaltungen mit den Corpsburschen, beispielsweise die Fuchsenfahrt. Bereits in dieser Zeit gilt: Hellas ist ein Akademisches Corps. Das heißt, der Bund fordert von seinen Mitgliedern Leistungen nicht nur intern ab, sondern auch die Studienerfolge sind wichtig.

Passen Bund und Fuchs zueinander, beginnt nach einer abgelegten Prüfung die Burschenzeit, die mindestens zwei Semester lang andauert. Die Burschen tragen volle Verantwortung für das Semesterleben mit seinen Festen und Konventen, Parties und sonstigen Veranstaltungen.

Das Studium schreitet fort und der Abschluss steht an, so beginnt die Phase des "Inaktiven Corpsburschen". Die "Inaktiven" sind zumeist noch Studenten, die ihre Corpspflichten erfüllt haben und sich nun dem erfolgreichen Studienabschluss widmen.

Nach Abschluß des Studiums und dem Eintritt ins Berufsleben wird man "Alter Herr". Diese Corpsmitglieder stehen den Jungen mit Rat und Tat zur Seite. Selbst bei internationalen Karrieren - bei Hellas gibt es einige davon - kommen "Alte Herren" gern aufs Corpshaus zurück, da sie zu ihrer Studienstadt dank Hellas lebenslang eine besondere Beziehung haben und dort nicht nur Studium sondern eben jene prägende Aktivenzeit verlebt haben.
Schon Otto von Bismarck wusste: "Kein anderes Band hält so fest wie dieses."




Was Hellas fordert

Wer sich entscheidet, Hellene zu sein, auf den warten spannende Aufgaben. Hellenen - vom Fuchs bis zum Alten Herren - sind eingeladen, ihre Talente einzubringen: Sei es in puncto Organisieren oder Feiern, Finanzen, Musik oder Sport - welche Chance Du für die Zukunft des Bundes siehst, Du wirst gefordert sein, sie zu ergreifen, sie zu diskutieren und verwirklichen. Natürlich kannst Du Dir dabei der helfenden Hand Deiner Corpsbrüder gewiss sein.

Nur eines ist nicht zu vergessen: Corpsstudententum verbietet politische oder religiöse Borniertheit. Corpsstudentische Toleranz bedeutet nicht ertragende Gleichgültigkeit, sondern den gelebten Respekt vor anderen Meinungen, Werten, Kulturen und Menschen. Das fordert Hellas von seinen Mitgliedern ein!



Wie Hellas fördert

Im Studium wie in der weiteren Entwicklung ist Hellas bestrebt, die Entwicklung seiner Mitglieder zu unterstützen und aktiv zu fördern. Studienanfängern helfen wir durch Beratung aus dem Kreise unserer Absolventen oder Höhersemestrigen. Bei Hellas ist es zudem selbstverständlich - sofern das Interesse seitens der Aktiven besteht - studienganginterne wie studienfachübergreifende Lerngruppen zu bilden.

aber ist für das Corps das Vorbereiten auf Führungsaufgaben in Wirtschaft oder Verwaltung ebenso wie der Austausch von Ratschlägen und Erfahrungen. Im Kreise der Aktivitas vermitteln wir beispielsweise Praktika, um die berufliche Zukunft der Mitglieder zu sichern.

Auch bei außeruniversitären Seminaren wie Rhetorik oder Kommunikationstraining bis hin zu gesellschaftlichem Auftreten gewährt Hellas Unterstützung. Die Corps unterhalten zur Weiterbildung ihrer Mitglieder eine eigene Corpsakademie. Und nebenbei: Im Berufsalltag gelten Rückgrat und stilsicheres Auftreten, Debattierfreude und Teamfähigkeit keineswegs mehr als Zusatzqualifikation. Das Leben in und mit der Verbindung schult diese Grundfertigkeiten.




Mensur - Die Sache mit den Klingen

Hellas ist eine schlagende Verbindung. Das heißt, die Mensur ist eine tragende Säule des Corpslebens.

Ebenso wie das Farbentragen hat sich dieser studentische Brauch im Laufe von zwei Jahrhunderten entwickelt. Seine Wurzeln liegen aber bereits im Mittelalter. Die Studenten mußten sich damals auf den beschwerlichen und gefährlichen Wegen von ihrem Heimatort zu den Universitäten schützen. Später, im Zuge des bürgerlichen Freiheitsdranges forderte die Studentenschaft ein - der Nobilität gleiches - Recht ein, als "Adel des Geistes" Waffen tragen zu dürfen.

Ein Sprung in die Gegenwart: Bei der Mensur handelt es sich keineswegs um einen blutigen Zeitvertreib oder das Festhalten an rauflustigen Traditionen. Heutzutage gilt das studentische Fechten einerseits als sportliche Übung, andererseits steht es als eine Art der Charakterbildung und Persönlichkeitstest.

Vor der Austragung einer Mensur wird sich "eingepaukt". Es gelten enge und verbindliche Regeln, ernste Verletzungen sind ausgeschlossen. Es geht darum, Grenzen und innere Widerstände kennenzulernen und zu überwinden. Während dieses Umgangs mit dem Schläger gilt es, Courage zu zeigen. Sieger oder Verlierer gibt es bei einer Mensur nicht. Das Prinzip des Füreinander steht im Vordergrund: Die Bereitschaft zu einem solchen Einsatz vermittelt den lebenslangen Zusammenhalt, der Corps auszeichnet. Dabei sind strenge Sicherheitsvorkehrungen Bedingung. Hellas unterstützt die Vorbereitung seiner Aktiven zusätzlich durch den Einsatz eines professionellen Fechtmeisters.




Wer kann Mitglied werden?

Du bist ein junger, aufgeschlossener Student - egal ob in den ersten Semestern oder schon fortgeschritten. Offenes und unvoreingenommenes Denken bringst Du mit - dann laden wir Dich ein: Komm zu einer unserer zahlreichen Veranstaltungen und lerne uns kennen! Unverbindlich plaudern, ein Glas Bier trinken, die Woche ausklingen lassen - wir freuen uns auf Dich!

Die Bude liegt zentral im 16. Bezirk am Gürtel. In nur wenigen Minuten ist sie sowohl vom Ring via Straßenbahn, als auch von der Linie U6 aus zu erreichen. Fragen beantworten wir auch gerne per E-Mail: corps@hellas.at.

 

Zögere nicht - Tu es!

 

Nur männliche Studenten können Wiener Hellenen werden. Was aber nicht heißt, dass Kommilitoninen nicht gern gesehene Gäste auf unseren Veranstaltungen sind.